Systemisches Handeln und Arbeiten

Systemisches Denken und Handeln ist inzwischen die Arbeitsgrundlage in allen Bereichen sozialer Arbeit geworden. Dieser Ansatz findet immer mehr Verbreitung und strukturelle Verankerung in Gesundheitswesen, Elternberatung, Jugendhilfe, Schulen und neuerdings auch in der Unternehmensführung.

Für mich wurde das damit verbundene ressourcen- und lösungsorientierte Denken und Arbeiten in den vielen Jahren meiner Tätigkeit in Jugendhilfe und Schulsozialarbeit unverzichtbar. Insbesondere mit dem seit einigen Jahren in der Pädagogik etablierten Ansatz der „Neuen Autorität“, konnte ich auch dann erfolgreich arbeiten, wenn die Lage verfahren erschien.

Im Rahmen meiner Weiterbildungsangebote möchte ich den Ansatz der „Neuen Autorität“ und die damit verbundene Haltung für den norddeutschen Raum zugänglich machen und verbreiten.

Neue Autorität

Professor Haim Omer von der Universität Tel Aviv, Israel begann die Idee der Neuen Autorität Ende der 90er Jahre zu entwickeln. Damals kamen zunehmend Eltern in seine Ambulanz, die hilflos und ohnmächtig vor dem gewalttätigen und destruktiven Verhalten ihrer Kinder standen – sie hatten ihre elterliche Präsenz verloren.

Sein Konzept basiert auf der Idee und Praxis des gewaltlosen Widerstandes wie er von Mahatma Gandhi entwickelt wurde.

 

„Fünf Vorsätze für den Tag:
Ich will bei der Wahrheit bleiben.
Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen.
Ich will frei sein von Furcht.
Ich will keine Gewalt anwenden.
Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.“

(Mahatma Gandhi)

Aus diesen Anfängen entwickelten Haim Omer und Arist von Schlippe vom Institut für Familientherapie in Weinheim, eine Theorie der neuen Autorität, und darauf aufbauend, Handlungsstrategien und Methoden zur Wiederherstellung der elterlichen Präsenz. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Ansatz ständig erweitert und vertieft, es sind neue Anwendungsfelder hinzu gekommen. In der praktischen Anwendung konnten Erfolge erlebt werden, die in vielen Forschungsarbeiten dokumentiert und verifiziert wurden.

In den Vordergrund getreten ist inzwischen die Entwicklung einer inneren Haltung, die von Selbstreflexion, Transparenz und Präsenz geprägt ist. Diese Haltung kann sowohl Eltern als auch Fach- und Führungskräften vermittelt werden. Das Ziel dabei ist, eine elterliche oder professionelle Präsenz zu erlangen, die ohne Machtausübung, aber mit Beziehungsarbeit, Stärke und gewaltfreiem Widerstand destruktivem Verhalten entgegen tritt.